Das Redende Haupt

Brandenburg 1127

 

„Drei Häupter hab’ ich – drei Welten weiß ich,

Vom Baume durchragt, den niemand bemisst.

Die Eiche wurzelt in wegloser Tiefe,

Im Reiche der Toten, im lichtlosen Land.

 

Veles waltet der unteren Welt,

Weisheit gewährend und Worte dem Traum,

Dem trunkenen Munde im Taumel und Tanz,

Trauben und Vieh dem fruchtbaren Feld.

 

Im Sturme von Alter zu Alter der Stamm

Trägt im Grün alle Pracht des Perun.

Prangendes Laub schirmt das Gericht.

Gesetz prägt das Wort, im Gold lodert die Axt.

 

Die hohe Welt aber wogt als Krone

Des Baumes im ewigen Wind:

Hier blühn die Gestirne, wohnen die Spender

Der Gaben all unter der Sonne Swarog.

 

So steht die Eiche im Dreigesicht,

Doch draußen ist Feuer, nun bergt mich im Baum.“

Die Binde nahm da der Priester

Vom Bilde, dem blinden, und trug es hinfort.